Im Fokus: Mut zur Veränderung

Im Fokus: Mut zur Veränderung | Nadja Henrich

Immer wieder begegne ich Führungskräften und Mitarbeitenden, die Stress reduzieren und ihre Leistung erhöhen könnten, wenn sie nur Mut zur Veränderung aufbringen würden. Warum es wichtig ist, die eigene Komfortzone regelmäßig zu verlassen, wie man den richtigen Zeitpunkt dafür erkennt und wie ein Veränderungsprozess am besten gelingt, darauf möchte ich in diesem Praxistipp eingehen.

Lesedauer: 3 Minuten

Es gibt viele Arten von Veränderungen, die sich auf das eigene Arbeitsleben auswirken können: gesellschaftliche Veränderungen, private Veränderungen, persönliche Veränderungen oder berufliche Veränderungen. Zu letzteren zählen beispielsweise organisatorische, bereichsbezogene oder funktionsbezogene Veränderungen. Aber ganz gleich, ob es sich um eine Umstrukturierung, einen Chefwechsel, eine Strategieänderung oder ähnliches handelt, die Folge bleibt stets dieselbe: Man muss sich selbst auch verändern – in seiner Haltung und in seinem Handeln –, um den neuen Anforderungen der Situation gerecht zu werden.

 

Von Gewohnheitstieren und inneren Schweinehunden

Der Mensch scheut bekanntlich die Veränderung. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass manche Führungskräfte und Mitarbeitende sich selbst gegenüber sehr viel Fantasie aufbringen können, um eine notwendige Veränderung hinauszuschieben. Nicht zufällig sprechen wir deshalb im beruflichen Kontext immer wieder von der berühmten Komfortzone, aus der wir uns herausbewegen müssen. Wir sind Gewohnheitstiere und müssen offenbar nicht nur im Sport- und Ernährungsbereich den berühmten inneren Schweinehund überwinden.

In gewisser Weise nachvollziehbar ist es schon … Denn Veränderungsprozesse sind oftmals langwierig und anspruchsvoll. Ihre Bewältigung erfordert sehr viel Anstrengung von uns. Doch gleichzeitig ist es auch seltsam, dass wir Disziplin und Mut zur Veränderung aufbringen müssen, oder nicht? Schließlich ist Veränderung in unserem Leben der Normalzustand. Gerade, wenn wir unsere volatile, unsichere, komplexe und ambivalente Arbeitswelt in den Blick rücken (siehe Herausforderungen der VUKA-Welt).

 

Auf den richtigen Umgang kommt es an

 

Veränderungen aus dem Weg zu gehen, kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Das zeigt etwa das Boiling-Frog-Syndrom, das sich einstellt, wenn eine größere Veränderung verschleppt oder schlichtweg ignoriert wird, obwohl sich die Rahmenbedingungen erkennbar verschlechtern. Wie bei einem Frosch, der zu lange in sich erhitzendem Wasser verharrt.

Ein gewissenhafter Umgang mit Veränderung ist daher meiner Überzeugung nach absolut entscheidend. Aus mehreren Gründen, etwa …

  • um Belastungen und negativen gesundheitlichen Auswirkungen vorzubeugen.
  • um eine sinnstiftende, bereichernde und Freude bereitende Arbeit zu verrichten, durch die man sich selbst weiterentwickelt.
  • um als Fach- und Führungskraft entscheidungsfähig und lösungsorientiert zu bleiben.

Kleinere und größere Veränderungen sind der kleinste gemeinsame Nenner in unserem Arbeitsleben. Deshalb ist der Umgang damit nicht nur Kür, sondern eine wesentliche Kompetenz. Erst in herausfordernden Zeiten zeigt sich, aus welchem Holz wir als Fach- oder Führungskraft geschnitzt sind.

 

Selbstreflexion und Mut zur Veränderung

Ich werde nicht müde, zu regelmäßiger und gewissenhafter Selbstreflexion im Beruf zu raten. Gerade weil wir Gewohnheitstiere sind und zwischendurch den inneren Schweinehund überwinden müssen. 

Denn jeder Veränderung geht ein Prozess der Erkenntnis voraus. Was ist der Grund für meine aktuellen Herausforderungen? Was hat sich bei mir oder in meinem Umfeld verändert? Welche Erfordernisse leite ich daraus ab? In Bezug auf meine Haltung? Im Hinblick auf mein Handeln?

Es geht darum, Klarheit zu entwickeln und im nächsten Schritt, Mut zur Veränderung aufzubringen. Hilfreich ist, wenn man Veränderungen als etwas Positives wahrnimmt. Sie bringen uns weiter, führen uns in unserer Entwicklung auf die nächste Stufe. Und wenn eine Veränderung abgeschlossen ist, möchte in der Regel niemand mehr zurück.

 

Change-Prozesse und welche Rolle(n) Führungskräften einnehmen

An dieser Stelle möchte ich kurz auf das große Thema „Change“ eingehen. Damit verbinde ich organisatorische Veränderungsprozesse, die im beruflichen Alltag sehr häufig ursächlich für persönliche Veränderungsanforderungen sind. In der Literatur werden je nach Modell verschiedene Phasen beschrieben, die für einen Change-Prozess typisch sind. Ein sehr häufig zitiertes geht auf Richard Streich zurück, der sieben Phasen der Veränderung unterscheidet. Zur Verdeutlichung sind hier mögliche Gedankenblasen beigefügt:

  • Schock„Das kann doch nicht wahr sein?!“

  • Ablehnung„Nein, das ist so nicht von Vorteil.“

  • Einsicht„Na ja, vielleicht doch …“

  • Akzeptanz„Es könnte tatsächlich besser sein.“

  • Lernen„Ich werde mich mal heranwagen und es probieren.“

  • Erkenntnis„Es ist tatsächlich von Vorteil.“

  • Integration„Es ist ganz selbstverständlich, dass es nun so ist.“

Um diesen Prozess zu begleiten, gibt es häufig organisatorische Unterstützung in Form von Change-ManagementEine wesentliche Aufgabe kommt dabei den Führungskräften zu. Sie nehmen innerhalb eines solchen Prozesses unterschiedliche Rollen ein. Nach Dr. Martina Frost vom ifaa (Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e.V.) sind es insgesamt fünf, nämlich als …

  • Botschafter – Führungskräfte haben die Aufgabe, ihr Team über eine Veränderung zu informieren.

  • Unterstützer – Zudem sollten sie ein offenes Ohr für Ängste und Widerstände haben und sich aktiv damit auseinandersetzen.

  • Visionär – Führungskräfte sollten in der Lage sein, langfristige Ziele und den Nutzen einer Veränderung näher zu bringen.

  • Trainer – Sie sollten ihr Team zudem gezielt auf die Anforderungen vorbereiten, die mit der Veränderung einhergehen.

  • Vorbild – Nicht zuletzt sollten sie mit gutem Beispiel vorangehen.

 

Durchhaltevermögen als Erfolgsvoraussetzung

Was ich hier in wenigen Leseminuten zusammengefasst habe, braucht in der realen Arbeitswelt viel Zeit und Geduld. Den Mut zur Veränderung aufbringen und eine Veränderung tatsächlich angehen sind die ersten Schritte.

Ebenso entscheidend und erfolgskritisch ist sicherlich auch das nötige Durchhaltevermögen, gerade weil es sich um langfristige Prozesse handelt. Was ich damit verbinde, möchte ich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Sich regelmäßig selbst reflektieren (siehe oben).
  • Sich nicht von Rückschlägen abbringen lassen.
  • Ein langfristiges Ziel bzw. Zukunftsbild entwickeln.
  • Dieses langfristige Ziel im Blick behalten.
  • Sich bei Bedarf Unterstützung von außen einholen.

Nicht umsonst werden viele Veränderungsprozesse im Großen wie im Kleinen von einem professionellen Coach begleitet. Denn die drei zuvor genannten Punkte fallen wesentlich leichter, wenn Sie jemanden haben, mit dem Sie sich offen, vertrauensvoll und unabhängig austauschen können. Ich erfahre es immer wieder, dass diese Form der Begleitung zu mehr Klarheit in Veränderungsprozessen führt und sehr geschätzt wird. Gleichzeitig fällt es Ihnen leichter, den nötigen Mut zur Veränderung aufzubringen und Ihren Weg dauerhaft zu verfolgen.

Wenn Sie Veränderung als etwas Positives ansehen und aktiv gestalten möchten … Wenn Sie das Gewohnheitstier in sich oder Ihren inneren Schweinehund überwinden möchten … Wenn Sie Mut zur Veränderung beweisen möchten und als Fach- oder Führungskraft die richtigen Kompetenzen dafür aufbauen möchten … Dann melden Sie sich gerne bei mir! Alles, was Sie dafür tun müssen, ist, dem Link weiter unten zu folgen und mir ein paar Fragen zu beantworten. Ich melde mich dann zeitnah bei Ihnen.

 

 

Titelbild: Chameleon (FrankWinkler, Pixabay)