Im Fokus: Das „Boiling-Frog-Syndrom“

Im Fokus: Das "Boiling-Frog-Syndrom" | Nadja Henrich

Haben Sie schon einmal vom Boiling-Frog-Syndrom gehört? Das Verhalten, das damit bildlich umschrieben wird, kennen Sie mit Sicherheit – vielleicht sogar aus eigener Erfahrung. Es geht dabei um die mangelnde Fähigkeit, sich zu verändern, selbst wenn sich die Rahmenbedingungen kontinuierlich verschlechtern. Grund genug, aktiv zu werden und das vor sich hin köchelnde Amphibium aus seiner prekären Lage zu befreien, wie ich Ihnen in diesem Beitrag näherbringen möchte.

Lesedauer: 2 Minuten

Wie Experimente in der Biologie gezeigt haben, springt ein Frosch, den man in kochendes Wasser setzt, augenblicklich wieder heraus und rettet damit sein Leben. Anders hingegen verhält er sich, wenn man ihn in kaltes Wasser setzt und dieses ganz langsam und kontinuierlich erhitzt. Als Kaltblüter passt der Frosch seine Körpertemperatur der Umgebung an und merkt nicht, dass dies irgendwann nicht mehr möglich ist. Statt die Gefahr zu erkennen, verharrt er also trotz lebensfeindlicher Bedingungen in seiner Lage – bis es zu spät ist.

Das oben geschilderte Experiment wurde im 19. Jahrhundert durchgeführt und gilt heute zurecht als äußerst umstritten, insbesondere von einem ethischen Standpunkt aus. Uns soll es lediglich als Parabel für menschliches Verhalten dienen. Denn wenn vom Boiling-Frog-Syndrom die Rede ist, dann geht es um die mangelnde Fähigkeit, sich zu verändern oder Verhaltensänderungen aktiv herbeizuführen.

 

Verharren trotz schlechter (werdender) Rahmenbedingungen

Trotzdem oder gerade, weil sich unsere Welt in einem permanentem Wandel befindet, ist der Gedanke verlockend, alles beim Alten zu belassen. Diese Tendenz haben nicht nur Menschen, sondern ganze Organisationen. Gerade der erste Schritt in Richtung einer Veränderung fällt schwer. Man verlässt bekanntes Verhaltensterrain und macht sich auf ins Unbekannte. Erst langfristig vermag ein Wandel sein ganzes Potenzial zu entfalten. Auf den Punkt gebracht hat dies der Autor und Leadership-Experte Robin Sharma:

„Veränderungen sind am Anfang schwer, in der Mitte chaotisch und am Ende wunderbar.“

Wenn eine Veränderung aufgrund unbeeinflussbarer, äußerer Umstände eintritt, fällt es Menschen nicht selten schwer, eine lösungsorientierte Haltung dazu zu entwickeln. Das eigene Verhalten wird schnell zur Reaktion, statt zur Aktion – die Notwendigkeit zu Handeln als „Müssen“, nicht als „Wollen“ interpretiert. Und manchmal wird eine dringend erforderliche Entscheidung aufgeschoben, bis es irgendwann zu spät wird.

 

Boiling-Frog-Syndrom im betrieblichen Alltag

Um Leib und Leben geht es im Alltag zum Glück nicht. Zumindest nicht für uns Menschen. Für Organisationen kann die Unfähigkeit, sich zu verändern aber tatsächlich existenzbedrohend sein. In meiner Funktion als Coach und Beraterin begegne ich dem Boiling-Frog-Syndrom häufig. Passivität kann in Entscheidungssituationen sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeitende zum ernsten Problem werden.

Der Ausgangspunkt ist vielfach eine (größere) Veränderung, die von Einzelnen verschleppt oder ignoriert wird. Trotzdem sie vielleicht merken, dass sich die Rahmenbedingungen konstant verschlechtern, werden sie nicht aktiv. Ein prominentes Beispiel: Für einen Mitarbeitenden ändern sich mehr und mehr die Inhalte und/oder Bedingungen seiner Arbeit, und zwar so, dass er vieles rund um seine Tätigkeit als belastend erlebt. Freude, Motivation und sogar Sinn gehen verloren. Anstatt sich damit auseinanderzusetzen und nach Lösungen zu suchen, redet er sich die Dinge schön: „Es ist nicht so schlimm“, „es sind ja nur acht Stunden Arbeit“, „um 17 Uhr habe ich Feierabend, dann genieße ich meine Freizeit“. Ohne Veränderungsbereitschaft landen diese Menschen irgendwann in einer Sackgasse, der Leidensdruck steigt kontinuierlich.

Spätestens dann suchen Menschen nach professionellem Rat und kommen auf mich zu. Mit individuellem Coaching unterstütze ich sie dabei, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen gezielt auszubauen und inneres Wachstum zu fördern. Die heutige Arbeitswelt ist komplex und geprägt von tiefgreifenden Veränderungen. Entsprechend wichtig ist es für jede und jeden Einzelnen, sich bestmöglich für die berufliche Gegenwart und Zukunft aufzustellen und für persönliches Wohlbefinden zu sorgen.

Letztlich geht es doch darum: Sie möchten handlungs- und entscheidungsfähig, lösungsorientiert und positiv gestimmt bleiben, insbesondere in Zeiten von Veränderung. Dann werden Sie auch nicht in die Gefahr kommen, bei sich selbst das Boiling-Frog-Syndrom diagnostizieren zu müssen. Und sollten Sie sich doch einmal dabei ertappen, dass Sie zu lange „im heißen Badewasser sitzen“, dann seien Sie kein Frosch, und hüpfen Sie heraus! Und lassen Sie sich gerne dabei helfen …

Sollten Sie dahingehend Fragen haben oder Unterstützung benötigen, dann melden Sie sich bei mir. Alles, was Sie dafür tun müssen, ist, dem Link weiter unten zu folgen und mir ein paar Fragen zu beantworten. Ich komme dann zeitnah auf Sie zu.

 

 

Titelbild: frog (dirgiS22, Pixabay)