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Praxisfall Introvision Coaching

Stress und Belastungen wirkungsvoll auflösen


Mein Klient Robert (Name geändert), Lehrer für die Fremdsprachen Französisch und Spanisch, unterrichtet seit einigen Jahren an einem Fremdspracheninstitut. Die Arbeit macht ihm viel Freude und er ist erfahren, dennoch gibt es immer wieder Situationen, die ihn regelrecht stressen und belasten. Diese Situationen entstehen dann, wenn Schüler Fragen stellen, die er nicht gleich beantworten kann. Sprachen sind so komplex, da ist es naheliegend, nicht immer gleich eine Antwort parat zu haben. Robert verspürt in diesen Stresssituationen Panik, Druck im Kopf und in diesem Moment ist er nicht mehr in der Lage, gelassen und mit einer gewissen Souveränität zu antworten, wie er es sonst tut. Robert erfuhr von einer Bekannten von der Methode Introvision Coaching und sah darin eine Möglichkeit, diese Belastung endlich loszuwerden.

 

Exkurs: Was ist Introvision Coaching?

Eine innovative Methode, mit der Stress, innere Blockaden und Einschränkungen relativ schnell und nachhaltig aufgelöst werden können. Sie ist wissenschaftlich erforscht und wurde durch Studien in ihrer Wirksamkeit bestätigt. Im Rahmen der damaligen Forschungsarbeiten hatte man herausgefunden, dass bei Stressempfinden immer ein Alarm anspringt. Ein solcher Alarm ist in der Amygdala installiert, die Teil des limbischen Systems ist. Wird dieser Alarm getriggert, springt die Amygdala blitzschnell an und schüttet Stresshormone aus. Da die Amygdala 200 Mal schneller als unser Großhirn mit seinen rationalen Überlegungen ist, kommen wir mit dem Denken nicht dagegen an. Mit der Installation eines Alarms bildet sich eine unbewusste Verhaltensanweisung heraus, die jemanden sagt, was er tun oder unterlassen muss, wenn ihm eine Belastung droht, die seinem inneren Glaubenssystem widerspricht. Eine unbewusste Verhaltensanweisung könnte lauten, „ich darf keine Fehler machen“ oder „ich muss auf jede Frage eine Antwort wissen.“ Introvision Coaching ist in der Lage, einen Alarm zu löschen. Im Coaching nimmt der Klient eine innere Haltung ein, bei der er rein beobachtend und nicht bewertend wahrnimmt, welche körperlichen Reaktionen, Gefühle, Gedanken und Bilder auftauchen, wenn er sich dem alarmauslösenden Gedanken aussetzt. Diese Übung wiederholt er über einen bestimmten Zeitraum so lange, bis ihn der Alarm nicht mehr triggert.

 

Der Coachingprozess mit Robert

Nachdem mir Robert kurz von Situation und Stressempfinden erzählt hat, war klar, da gibt es einen Alarm. Als nächstes erklärte ich Robert den Prozess und die Methode. Bevor es an die nähere Problemanalyse ging, übte ich mit ihm, die Innenschau bzw. weite Wahrnehmung. Sie ist notwendig, damit ein Alarm leerlaufen kann. Bei dieser Haltung geht es darum, sich nicht auf etwas Spezielles zu fokussieren, sondern Körperreaktionen, Gefühle, Stimmungen, Bilder und Erinnerungen wahrzunehmen. Und zwar rein beobachtend und wahrnehmend, wenn Robert dem alarmauslösenden Satz ausgesetzt ist. Im nächsten Schritt kommt ein wesentliches Element der Introvision: Was genau löst den Alarm aus? Was ist das eigentlich Schwierige an der Situation? Robert erzählte, dass sich viel Hilflosigkeit und Unwohlsein bemerkbar machen, wenn er seinen Schülern nicht gleich eine zufriedenstellende Antwort geben kann. Und vor allem hat er Angst, unfähig zu sein und zu versagen. Jetzt geht es darum, sich gemeinsam mit Robert seine emotionalen Reaktionen ganz genau anzusehen. Rein kognitive Aussagen führen nicht zu dem Alarm. Bei Robert ging es um die Belastungen „unfähig zu sein und zu versagen.“

Um den inneren Alarm von Robert zu aktivieren, haben wir mit dem Satz „Es kann sein, dass ich unfähig bin und dann total versage“ gearbeitet. Nun startet die eigentliche Introvisionsübung: Robert wurde von mir angeleitet, seine Aufmerksamkeit nach innen auf Körper, Gefühle und Gedanken zu richten. Dann habe ich mit gewissen Abständen den alarmauslösenden Satz gesagt und Robert sollte nur beobachten, was sich zeigt. Diese Anleitung dauerte ca. 7 bis 10 Minuten. Danach hat mir Robert von seinen Erfahrungen berichtet: Es zeigten sich bei ihm stärkere emotionale Reaktionen, aber auch körperliche Anspannungen im Nacken, Rücken und Hals. Zudem stiegen innere Bilder aus der Kindheit auf. Auf der Belastungsskala von 1 bis 10 stufte Robert seinen Alarm anfangs bei 9 ein, am Ende der ersten Introvision sank das Alarmempfinden auf 6. Während ich Robert bei der Introvision angeleitet habe, in der weiten Wahrnehmung zu sein und sich dem alarmauslösenden Satz auszusetzen, habe ich ihm diese Anleitung als Audio aufgenommen. Ein weiterer wichtiger Punkt in der Introvision ist das eigene Üben. Robert hat im Nachgang täglich seine Anleitung gehört und beobachtet, wie sich der Alarm über die Zeit verändert hat. Ganz wichtig: Der Alarm muss drei Mal auf „Null“ sein, damit er gelöscht ist. Robert hat 26 Mal bzw. Tage geübt, bis ihn sein Alarm nicht mehr getriggert hat. Dabei lag der tägliche Zeiteinsatz bei nur einer Viertelstunde. Während dem Prozess haben sich Robert und ich ausgetauscht und reflektiert, wie es ihm ergeht, wie sich der Alarm abbaut und welche Fragen seinerseits aufgetaucht sind. Robert war also nicht alleine und hatte mich stets als Begleiterin an der Seite.

 

Das Ergebnis

Robert hat sich in knapp einem Monat von seinem Alarm befreit. Den größten Anteil machte das eigene Üben aus, das Introvision Coaching mit mir dauerte keine zwei Stunden. Natürlich bedarf es einer gewissen Selbstdisziplin, täglich zu üben, aber Ergebnis und Zeitaufwand sprechen für sich. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass dieses Coaching via Videokonferenz stattgefunden hat. Im Coaching – und gerade beim Introvision Coaching – bietet es sich an, im Format der Online Präsenz zu arbeiten, da der Klient in seiner Wohlfühlumgebung bleiben kann.

 

Mögliche Anliegen für Introvision Coaching

  • In persönlich herausfordernden oder konfliktbehafteten Situationen selbstreguliert und souveräner handeln.
  • Weniger Stress, Anspannung und Druck im (beruflichen) Alltag verspüren.
  • Entscheidungen, Veränderungen, schwierige Gespräche etc. nicht vermeiden, sondern angehen.
  • Tiefsitzende und blockierende Handlungsmuster auflösen.
  • Sich besser durchsetzen und abgrenzen können.
  • Präsentationen, Vorträge und Prüfungen ohne Ängste und Zweifel meistern.