Mach es allen recht. Harmoniesucht sabotiert Führung.
Das klingt hart. Aber Studien der Harvard Business Review zeigen: Teams mit konstruktiver Konfliktkultur performen bis zu 25 % besser als solche, in denen Spannungen unter den Teppich gekehrt werden.
Im Coaching begegne ich immer wieder Führungskräften, die fachlich exzellent sind – und trotzdem an einer unsichtbaren Wand scheitern. Diese Wand heißt: Mach es allen recht.
Der innere Antreiber „Sei gefällig“ ist verbreitet. Er entstand in der Kindheit oder im Laufe des Lebens als kluge Strategie. Harmonie war früher vielleicht überlebenswichtig.
Doch was in der Kindheit funktionierte, wird in der Führungsrolle zur Falle.
Wer es allen recht machen will, gibt kein ehrliches Feedback. Wer Harmonie über alles stellt, lässt destruktives Verhalten im Team gewähren. Und geht Entscheidungen aus dem Weg.
Das Ergebnis? Stillstand. Frustration bei den Leistungsträgern. Und paradoxerweise: weniger Harmonie, nicht mehr.
In solchen Fällen arbeite ich mit IntrovisionCoaching. Es geht dabei nicht um Verhaltensänderung durch Willenskraft – das funktioniert selten nachhaltig.
Stattdessen schauen wir gemeinsam auf den Kern: Welche innere Überzeugung löst den Impuls aus, Konflikte zu vermeiden? Welche Gedanken und Gefühle erzeugen inneren Stress, wenn ein schwieriges Gespräch ansteht?
Oft steckt dahinter etwas wie: „Wenn ich Nein sage, werde ich abgelehnt.“ Oder: „Wenn ich widerspreche, eskaliert alles.“
Diese Überzeugungen fühlen sich an wie Wahrheiten. Sind sie aber nicht.
Der entscheidende Schritt im IntrovisionCoaching: Sie lernen, diese inneren Reaktionen wahrzunehmen – und sie anzunehmen, statt dagegen anzukämpfen. Ohne Bewertung. Ohne den Versuch, sie wegzudrücken.
Das verändert etwas Grundlegendes. Der innere Druck lässt nach. Und damit entsteht Wahlfreiheit.
Mut in der Führung bedeutet nicht, Konflikte zu suchen.
Es bedeutet, das Richtige zu tun – auch wenn es unbequem ist. Und das gelingt leichter, wenn der innere Zwang nachlässt, es allen recht machen zu müssen.
Meine Erfahrung: Gute Zusammenarbeit im Team entsteht nicht durch Konfliktvermeidung. Sie entsteht durch Klarheit, Respekt und die Bereitschaft, auch Unbequemes anzusprechen.
Wie würde sich Ihr Führungsalltag verändern, wenn schwierige Gespräche ihren Schrecken verlieren würden?
