Grenzen setzen
Die eigene Position erkennen und vertreten
Je älter und erfahrener ich werde, desto mehr bin ich mir im Klaren, wo meine persönlichen Grenzen liegen und welchen Umgang ich akzeptiere. Früher fiel mir das schwerer. Heute erkenne ich, wenn etwas für mich nicht mehr akzeptabel ist, und spreche es an.
Selbstwert, Bedürfnisse und Werte
Wie gut uns das gelingt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie stabil unser Selbstwertgefühl ist, wie bewusst uns die eigenen Bedürfnisse sind und wie gut wir unsere Werte kennen.
Entscheidend ist, daraus die eigene Position abzuleiten: Welcher Umgang ist für mich noch akzeptabel – und wo liegt meine Grenze? Erst dann lässt sich dieser Standpunkt vertreten.
Wenn Führungskräfte zögern
Auch in Führungsrollen ist diese Klarheit nicht selbstverständlich. So hatte beispielsweise eine Führungskraft eine Mitarbeiterin im Team, deren Verhalten die Zusammenarbeit belastete. Spitze Kommentare – sogar ihr selbst gegenüber. Die Führungskraft ging den Weg des geringsten Widerstands und das klärende Gespräch blieb aus.
Auf den ersten Blick könnte man sagen: Es fehlt an Konsequenz. Aber ist es das?
Manchmal ist die eigene Position nicht klar genug. Wofür stehe ich in dieser Situation? Welcher Umgang entspricht meinen Maßstäben und was ist für mich nicht mehr verhandelbar? Diese Klarheit erleichtert es, die eigene Haltung zu vertreten.
Für Führungskräfte gehört die Auseinandersetzung mit Werten und Haltung zu ihrer Rolle dazu. In meinem Führungskräfte-Coaching nehmen solche Fragen einen zentralen Raum ein. Wie sich fehlende Klarheit in der Führung auswirken kann, habe ich in meinem Beitrag „Augenhöhe ohne Klarheit ist keine Führung – es ist Vermeidung“ näher beschrieben.
Wenn Klarheit nicht reicht
Bei manchen Menschen ist die Position durchaus klar. Dennoch fällt es ihnen schwer, sie zu vertreten – etwa weil sie Konflikte vermeiden möchten oder Sorge haben, abgelehnt zu werden oder die Beziehung zu ihrem Gegenüber zu belasten.
Dann liegt die Schwierigkeit nicht darin, die Grenze zu erkennen, sondern darin, für sie einzustehen. Wer sich vertiefend damit befassen möchte, findet in dem Impuls „Kompetent, erfahren – und dennoch blockiert: Wenn Führungskräfte an innere Grenzen stoßen“ ausführliche Gedanken.
Ein wirkungsvoller Ansatz, um solche inneren Konflikte zu bearbeiten, ist Introvision Coaching.
Nicht alles ist verhandelbar
Grenzen zu setzen beginnt für mich daher nicht mit dem passenden Satz im entscheidenden Moment. Zunächst braucht es Klarheit über die eigene Position und die eigenen Werte. Dazu kommt die Bereitschaft, unbequeme Situationen auszuhalten, nicht ständig Zustimmung zu bekommen und nicht Everybody’s Darling zu sein.
Für mich gehören diese beiden Seiten zusammen.
Was hilft Ihnen dabei, Ihre eigene Position zu klären und sie in unbequemen Situationen zu vertreten?
Wenn Sie Ihre Führungssituation reflektieren möchten, freue ich mich auf Ihre Nachricht.
