Führung ist ein Beruf – kein Titel.

Warum der Rollenwechsel professionelle Begleitung braucht.

Transparenter, unregelmäßig geschliffener Kristall auf dunkler, strukturierter Oberfläche mit Lichtreflexen

Führung ist ein Beruf. Aber die meisten Unternehmen behandeln sie wie eine Beförderungsprämie.

Jemand arbeitet fachlich über Jahre auf hohem Niveau. Wird befördert. Und steht plötzlich in einer Rolle, für die niemand ihn wirklich vorbereitet hat.

Was auf dem Organigramm wie der nächste logische Schritt aussieht, ist für die betreffende Person ein grundlegender Systemwechsel. Die bisherige Erfahrung bleibt wichtig. Sie reicht nicht aus.

Das erste Jahr: mehr als ein Karriereschritt

Andere Erwartungen. Andere Spielregeln. Andere Anforderungen an Selbstführung und Urteilsvermögen.

Wer vorher Spezialist war, soll jetzt delegieren – und das fühlt sich zunächst an wie Kontrollverlust. Wer vorher Kollege war, trägt plötzlich Verantwortung für andere Menschen. Er muss andere befähigen, fördern, ins Vertrauen gehen. Entscheidungen treffen, die auch andere direkt betreffen. Und das richtige Maß finden zwischen erst aufnehmen und verstehen – und dann zunehmend gestalten, positionieren, Richtung geben.

Kein Lehrbuch bereitet auf das vor, was dann wirklich kommt.

Wo die eigentlichen Herausforderungen liegen

Was ich beobachte, in Begleitungen wie auch von außen, wenn keine stattfindet: Die Herausforderungen liegen selten im Fachlichen. Sie liegen im Führen und Gestalten. Im Zwischenmenschlichen.
Wie gestalte ich Beziehungen zu meinen Mitarbeitenden, so dass Zusammenarbeit und Vertrauen möglich werden? Wie erkenne ich Beziehungsdynamiken und bleibe auch in anspruchsvollen Führungssituationen beziehungsfähig? Wie gehe ich mit Spannungen um, die ich als Kollege nie moderieren musste? Wie positioniere ich mich als Führungskraft, ohne meinen alten Kollegenhabitus mitzuschleppen? Wie richte ich meinen Verantwortungsbereich auf die nächsten zwei, drei Jahre aus, so dass es einen merklichen Unterschied macht?

Das sind keine kleinen Themen. Und sie tauchen nicht im Onboarding-Gespräch auf.

Zwei Haltungen in Unternehmen – ein deutlicher Unterschied

Es gibt Unternehmen, die das wissen. Die eine neue Führungskraft nicht ins Amt setzen und dann warten. Die von Anfang an professionell begleiten – individuell, nicht mit Seminar-Gießkanne.

Und es gibt Unternehmen, die Führung als Selbstläufer behandeln. Die glauben, dass es irgendwie wird.

Häufig wird es das auch, in Teilen. Aber nicht auf dem Performance-Niveau, das möglich gewesen wäre. Was verursacht am Ende mehr Kosten: Begleitung zu Beginn oder eine Führungskraft, die ihre Rolle über Jahre nicht vollständig einnimmt?

Wer kein klares Führungsverständnis entwickelt hat und seine Rolle nur halb lebt, macht das drei Jahre später mit hoher Wahrscheinlichkeit genauso. Führungsverhalten verfestigt sich. Im Guten wie im Schlechten.

Potenzial ist ein Ausgangspunkt – kein Versprechen

Ich arbeite mit profilingvalues, einem wertebasierten Diagnostikverfahren, das Potenziale sichtbar macht, bevor jemand eine Führungsrolle übernimmt. Was das Profil zeigt, ist ein Ausgangspunkt und eine Standortbestimmung.

Doch was danach passiert, liegt bei den Verantwortlichen im Unternehmen.

Ich habe schon gehört: „Das Profil hat mehr versprochen, als wir nun erleben.“ An der Person und ihrem Profil lag es nicht. Die professionelle Begleitung danach fehlte.

Wie eng Selbstführung und Führungswirksamkeit zusammenhängen, habe ich in dem Beitrag „Führen Sie sich selbst – oder optimieren Sie sich nur?“ beschrieben.

Reflexionsfragen für Unternehmen

Wer Führung ernst nimmt, stellt sich diese Fragen – bevor etwas schiefläuft:

  • Wie bereiten Sie fachlich überzeugende Mitarbeitende auf den tatsächlichen Rollenwechsel in Führung vor?
  • Welche Begleitung erhalten neue Führungskräfte in den ersten zwölf Monaten – und ist sie individuell genug, um an den realen Themen und Führungssituationen dieser Person anzusetzen?
  • Betrachten Sie Potenzialdiagnostik als Abschluss einer Auswahlentscheidung oder als Ausgangspunkt gezielter Entwicklung?
  • Welche Führungsmuster zeigen sich bei Ihren Führungskräften, die möglicherweise entstanden sind, weil Reflexion und professionelle Begleitung in der Anfangszeit fehlten?

Führung erlernt man mit Begleitung

Führung ist ein Beruf, der erlernt werden muss: begleitet, an realen Führungsthemen und Situationen, mit einem Gegenüber, das neutral ist, von außen kommt und mit Führungsrealität vertraut ist.

Mehr zur individuellen Begleitung von Führungskräften finden Sie auf der Seite Führungskräfteentwicklung.

Sie möchten eine neue Führungskraft gezielt begleiten oder eine bestehende Führungsrolle weiterentwickeln? Kontakt aufnehmen.

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